Warum sich viele Billigdrucker nicht für Fotos eignen

Wir hatten kürzlich einen HP DeskJet 3720 im Test. Den kleinsten Multifunktionsdrucker der Welt – auch wenn wir den Einzugscanner eher als Spielerei betrachten. Seit einigen Tagen nun steht ein HP DeskJet 3636 im Testlabor, und zugleich laufen Tests mit Druckerpatronen für den Canon PIXMA MG2450. Was haben all diese Drucker gemeinsam? Sie setzen auf Druckkopfpatronen.

Druckkopfpatronen – Cyan, Magenta und Gelb in einer Patrone

Druckkopfpatronen sind wenn man so will der Klassiker unter den Drucker-Tintenpatronen. In unserem Know-How-Bereich erklären wir zum Thema Druckerzubehör die Vor- und Nachteile von Druckkopfpatronen. Einer der wichtigsten Nachteile, vor allem im Bezug auf den Druck von Grafiken und Fotos: Cyan, Magenta und Gelb werden in einer einzigen Patrone zusammengefasst. Damit disqualifizieren sich diese Geräte für den Foto- und Grafikdrucker mehr oder weniger von selbst.

Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz = alle Farben

Viel Luft in der HP 62 – und Cyan, Magenta und Gelb kombiniert

Im Druck kommt das Prinzip der subtraktiven Farbmischung zum Einsatz. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen: durch das mehr oder minder starke überlagern von Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz lassen sich unzählige Farben aufs Papier zaubern. Hochwertige Fotodrucker verfügen mitunter über zusätzliche Farben wie Hellmagenta, Hellcyan, zusätzliche Grautöne, um eine noch bessere Farbdarstellung zu erzielen, aber hier soll es um einfache Billigdrucker gehen, die nur eine Trennung in Schwarz- und CMY-Patrone aufweisen.

Wer druckt so, dass alle Farben gleichmäßig verbraucht werden?

Beim genutzten Beispielbild, der Nahaufnahme eines Grashüpfers, wurden die Kanäle einzeln ausgegeben, um die Anteile von Cyan, Magenta und Gelb zu verdeutlichen. Es fällt zunächst mal auf, dass auch dort, wo wir nur schwarz sehen, alle Prozessfarben verdruckt werden. Das ist nicht einmal ein Fehler. Auch im professionellen Offsetdruck wird dem Schwarz z.B. Cyan beigemischt, um ein tiefes, sattes schwarz zu erzeugen.

Was aber vor allem auffällt: bei dem Bild wird wesentlich mehr Gelb und Magenta verbraucht, als Cyan. Die Farben werden also nicht gleichmäßig, sondern sehr ungleichmäßig verbraucht.

Ein paar Fotos und eine halbvolle Patrone landet im Müll

Stellen wir uns nun vor, wir wollen von diesem Foto eine handvoll Abzüge für Familienmitglieder drucken, oder wir drucken eine Einladungskarte mit pinker Schrift, einige Fotos vom blauen Himmel über der Ostsee: in allen Fällen wird die Farbe in unserer Kombipatrone sehr ungleichmäßig verbraucht.

Sitzt im Drucker eine Patrone mit so lächerlich geringer Reichweite wie etwa die Original HP 304 Color mit ihren ca. 100 Seiten – die bei Fotos aufgrund des viel höheren Farbauftrags im Vergleich zum Messverfahren zur Ermittlung der Reichweite nie erreicht werden -, dann kann es einem passieren, dass bereits nach einigen Fotos die Patrone meldet sie sei leer.

Tinte ist extrem teuer – und dann soll man sie einfach wegwerfen?

Dieses Preisschild ist bei Twitter aufgetaucht und machte Schlagzeilen.

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Nicht erst, seit ein MediaMarkt-Preisschild versehentlich den Literpreis von 7.998€ für Epson-Tinte anzeigte, wissen wir, was für eine teure Flüssigkeit Druckertinte ist. Freiwillig dürfte die also niemand wegwerfen. Bei Druckkopfpatronen die Cyan, Magenta und Gelb kombinieren muss man das aber. Denn wenn auch nur eine der Farben aufgebraucht ist, lässt die Patrone sich nicht länger benutzen.

Deshalb ist das Drucken von Fotos und bunten Grafiken mit Billigdruckern nicht nur aufgrund der teuren Patronen nicht zu empfehlen! Denn man zahlt nicht nur die hohen Patronenpreise, sondern wirft auch noch einen mehr oder minder großen Teil des investierten Geldes einfach in den Müll.

Wer Fotos oder bunte Grafiken druckt, sollte einen Drucker mit Einzeltinten wählen

Wenn man also vor der Kaufentscheidung steht, und die Wahl zwischen einem Drucker mit Druckkopfpatronen und einem mit Einzeltinten hat, dann sollte man sich Gedanken darüber machen, ob die Kombipatrone mit Cyan, Magenta und Gelb zum eigenen Druckverhalten passt. Und ob die Ersparnis von oft nur 10-20€ zum Drucker mit Einzeltinten die deutlich höheren Folgekosten rechtfertigt. Wir empfehlen außer für Nutzer die wirklich sehr, sehr selten drucken immer Drucker mit Einzeltinten!

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