Welche Daten speichert Facebook über mich?

facebook

In Zeiten von NSA- Skandal und Datenpannen stellt sich so mancher die Frage: Welche Daten sind eigentlich von mir so im Umlauf – und zum Beispiel bei Facebook gespeichert? Wer da schon ein paar Jahre mit dabei ist, hat im Laufe der Zeit etliche Fotos hochgeladen, über den Messenger gechattet und seine Meinung zu diesem und jenem preisgegeben. Da kommen eine Menge Daten zusammen. Und selbst wenn man zum Beispiel ein Foto schon lange wieder von seiner Pinnwand gelöscht hat, kann man sich nicht immer sicher sein, dass es auch auf dem Facebook-Server richtig gelöscht ist. Und so könnte man sich die Frage stellen: Welche Daten speichert Facebook eigentlich alles? Und was liegt da so alles auf dem Server?

Zum Glück gibts Datenschutz und Facebook ist verpflichtet, alle Daten preiszugeben, die es so über einen speichert. Die gute Nachricht: Facebook tut das auch. Man kann sich direkt aus seinem Facebook-Account alle Daten runterladen, die auf den Servern des Netzwerkes liegen. Die weniger gute Nachricht: Offenbar mag Facebook es nicht besonders gern, wenn man das tut. Die entsprechende Funktion jedenfalls ist gut versteckt. Wir haben sie aber trotzdem gefunden. So gehts:

Als erstes muss man das kleine Einstellungsrädchen oben rechts auf der Facebookseite finden und draufklicken.

fb-einstellungen

Dann öffnet sich ein Menü und man wählt den Punkt „Privatsphäre-Einstellungen“ aus.

Das war noch einfach. Jetzt beginnt die Suche. Auf der Einstellungsseite, die jetzt erscheint, stellt Facebook alle möglichen Fragen: Wer kann meine Beiräge sehen? Wer darf mir Freundschaftsanfragen stellen? Wer kann mithilfe meiner Telefonnummer nach mir suchen?  – Ich wusste bis dahin gar nicht, dass das geht. Aber eigentlich will ich ja wissen: Was speichert Facebook über mich? Die Frage taucht nicht auf. Dazu muss man erst weiter klicken – und zwar oben links auf „Allgemein“:

allgemein

Da steht dann zunächst mal nicht besonders viel spannendes auf der Seite: Mein Name, meine Emailadresse, meine Sprache. Darunter aber -ganz klein – und als Link kaum erkennbar steht die Zeile „Lade eine Kopie deiner Facebook-Daten herunter.“

lade herunter

Das ist der Link, den wir brauchen. Damit ist es aber noch nicht geschafft. Jetzt öffnet sich ein Fenster mit einem Button, auf dem steht: „Archiv herunterladen“. Drumherum nimmt es Facebook jetzt plötzlich sehr genau – und mahnt und warnt: Schütze dein Archiv, heißt es da. Und: Dieses Archiv enthalte „vertrauliche Informationen, wie z.B. deine eigenen Pinnwand-Beiträge, Fotos und Profilinformationen. Denke daran, wenn du dein Archiv speicherst oder verschickst.“ Natürlich.

Wir laden es trotzdem herunter. Und drücken den Button:

archiv herunterladen

Es passiert: Noch nichts. Erstmal muss man nochmal sein Passwort eingeben. Klar, Datenschutz usw. Kennt man ja von Facebook. Und auch dann passiert noch nicht viel. Erstmal muss man warten. Auf eine Email, die man zugeschickt bekommen soll. In den nächsten Minuten, wie es heißt. Da kann man sich erstmal einen Kaffee kochen. Oder zum Beispiel auf tonerdumping.de herumstöbern. Bei mir hat es etwa 10 Minuten gedauert, dann war die Email da.

Darin ein Link und der Hinweis, dass der nur ein paar Tage („a few days“ – Facebook schreibt ja auf englisch“ funktionieren werde. Danach müsse man den Prozess wiederholen, wenn man erneut Daten anfordern will.

Mit dem Link gelangt man zu der schon bekannten „Archiv herunterladen“-Seite. Nach dem Klick auf den Button muss man erneut sein Passwort eingeben. Und dann, ja dann ist es geschafft. Man erhält Zugriff auf einen zip-Dateiordner – und darin ist dann eine ganze Menge von dem, was man jemals bei Facebook reingestellt hat: Alle Fotos, alle Pinnwandeinträge, alle Chatnachrichten:

Facebook-Dateien

Wenn man das alles ausdrucken würde, dann käme zumindest bei mir ein ordentlicher Stapel Papier zustande. Man erfährt sogar manches, was man so auf den ersten Blick in seinem Facebook-Account nicht so ohne weiteres findet. Unter „ads“ beispielsweise ist aufgelistet, welche Themen ich aus Facebook-Sicht besonders spannend finde – so spannend, dass mir dafür Werbeanzeigen eingeblendet werden.

Fazit: Ganz einfach macht es Facebook einem nicht, herauszufinden, was da so über einen gespeichert ist. Aber zumindest ist es möglich.

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