Beschriftungsgeräte: Brother oder Dymo? Wer ist die Nummer 1?

Die beiden größten Anbieter auf dem deutschen Markt für Beschriftungsgeräte sind Brother und Dymo. Beide haben interessante Lösungen, die auch für kleinere Büros oder sogar für den Privatbereich brauchbar sind. Doch wer hat die Nase vorne? Welches ist das beste Beschriftungsgerät?

2 Konzepte: Schriftbandkassette oder Etikettenrolle

Sowohl bei Brother, als auch bei Dymo gibt es eine Lösung mit Schriftbandkassetten und eine Lösung für Etikettenrollen. Sowohl die Auswahl an Geräten, als auch die Auswahl an passendem Zubehör ist riesig, ich würde sogar sagen, sehr unübersichtlich. Wir wollen den Jungle an Beschriftungskassetten und Etikettenrollen etwas lichten.

Brother P-touch – bekannt aus der Fernsehwerbung

Mit einem riesigen Werbeetat versucht Brother gerade in Deutschland massiv seine Marktführung auszubauen. Das erfolgreichere Konzept sind Handgeräte der P-touch-Serie. Diese gibt es zu einem Einstiegspreis von ca. 35 € und sind deshalb auch für Privatanwender interessant. Das tolle an diesen Geräten ist die Kompatibilität. Das heißt, dass im Prinzip alle TZe-Schriftbänder mit allen Farben und Formen in alle P-touch-Geräte passen. Es gibt also keine besondere Passform oder irgend einen merkwürdigen Chip, der das verhindern würde. Das macht es für den Benutzer einfach – allerdings auch für Drittanbieter von kompatiblen Schriftbandkassetten.

Was man aber bei der Auswahl der richtigen TZe-Kassette dennoch beachten muss, ist die Breite des Schriftbandes. So passen beim derzeitigen Einstiegshandheld-Beschriftungsgerät P-touch H105 ausschließich Bandbreiten von 3,5 mm, 6 mm, 9 mm und 12 mm. Breitere Bänder passen nicht. Die 18 mm, 24 mm oder 36 mm Schriftbandkassetten sind also teureren Beschriftungsgeräten vorbehalten.

TZe-Bänder – das gesamte Sortiment im Überblick

Obwohl nur vier unterschiedliche Bandbreiten in den Brother P-touch H105 nur 4 Bandbreiten hineinpassen, gibt es aktuell von Brother 71 verschiedene Bänder im Angebot. Um sich schneller zurecht zu finden: Hinter der Bezeichnung TZe kommen meist drei Ziffern. Die erste Ziffer steht für die Farbe des Etiketts. Die zweite Ziffer steht für die Etikettenbreite. Die dritte Ziffer steht für die Farbe der Beschriftung. Besondere Merkmale des Labels befinden sich vor der Etikettenzahl als Buchstabe.

Im Normalfall sind TZe-Etikettenbänder immer 8 Meter lang. Nur 4 Meter lang sind Schriftbänder, die nach der Zahlencodierung ein „S“ stehen haben (zB das Brother TZe-231S).

Die Codierung für besondere Etiketteneigenschaften:

Ohne Buchstabe = Standardetikett, glänzend und laminiert.

S = besonders stark haftendes, laminiertes Etikett.

FX = ist besonders flexibel und daher sehr gut für die Beschriftung von Kabeln geeignet.

N = nicht laminiert und daher etwas preiswerter.

M = laminiertes Band, aber ohne Glanz, also matt.

Die Codierung der Etikettenfarbe:

  • 1 = transparent
  • 2 = weiß
  • 4 = rot
  • 5 = blau
  • 6 = gelb
  • 7 = grün
  • 9 = silber
  • MQP = berripink
  • MQG = limonengrün

Die Codierung der Etikettenbreite:

  • 0 = 3,5 mm
  • 1 = 6 mm
  • 2 = 9 mm
  • 3 = 12 mm
  • 4 = 18 mm
  • 5 = 24 mm
  • 6 = 36 mm

Die Codierung der Schriftfarbe:

  • 1 = schwarz
  • 2 = rot
  • 3 = blau
  • 5 = weiß

Neu sind bei Brother Signalfarben. Diese leuchten noch kräftiger haben aber nur 5 Meter Etikettenlänge. Das TZe-B31 hat die Farbe orange und ist 12 mm breit.

Das TZe-231 der Klassiker und das meistverkaufte Schriftband für Brother P-touch

Das Brother TZe-231 Original Schriftband

Das Brother TZe-231 Original Schriftband

Wie sieht ein TZe-231-Etikett aus? Also mal nachsehen… Etikettenfarbe = 2, also weiß… Etikettenbreite = 3, also 12 mm hoch… Schriftfarbe = 1, also schwarz. Das meistverkaufte Schriftband ist also ein weißes Etikett, 12 mm hoch und mit schwarzer Schrift. Was ebenfalls gerne gekauft wird, ist das TZe-221, es gleicht dem TZe-231 nur mit dem Unterschied, dass es statt 12 mm nur 9 mm breit ist. Gerne gekauft wird außerdem noch das Beschriftungsband mit gelben oder transparentem Etikett. Unangefochtene Nummer ein ist und bleibt für lange Zeit das TZe-231 – es passt einfach für fast alle Anwendungen perfekt.

Aufbau eines TZe-Schriftbandes: 6 dünne Schichten sorgen für eine langlebige Beschriftung

Die laminierten Brother P-touch TZe-Schriftbänder bestehen aus sechs Lagen verschiedener Materialien, die ein dünnes und extrem festes, strapazierfähiges Band ergeben. Die Schrift wird durch ein Thermotransfer-Verfahren auf die Unterseite der Schutzschicht gedruckt. Von zwei Schichten eines Polyester- Filmes (PET) eingeschlossen, sind die Schriftbänder wisch-, wetter- und kratzfest.

Wie ist die Handhabung beim Kassettenwechsel und beim Etikettendruck? Welche Verschleißteile werden noch benötigt?

Bei den P-Touch-Geräten gibt es eigentlich nur die Beschriftungskassette. Die billigen Einstiegsgeräte werden zudem mit normalen AAA-Batterien betrieben, die je nachdem wie stark das Gerät beansprucht wird, nach ein paar Monaten getauscht werden müssen. Das Messer, das die Etiketten schneidet hält bei den Handgeräten vermutlich ein Geräteleben lang. Zumindest lässt sich das Messer nicht nachkaufen und dürfte somit mindestens die 3jährige Brother Garantie lang halten.

Dem großen Vorteil der praktischen Handhabung und des einfachen Wechselns der Kassette stehen zwei große Nachteile gegenüber: Erstens sind die Schriftbandkassetten teuer. Sie kosten als Brother-Originale zwischen 15 und 20 € pro Stück. Zum anderen entsteht wegen dem vielen Plastik rund um das Schriftband jede Menge Müll. Hier sollte jeder selbst entscheiden, ob diese Müllmenge ein 8 Meter langes Beschriftungsband rechtfertigt.

Kompatible Schriftbänder als Kostenbremse für den Kunden und Profitbremse für Brother

Den Nachteil der hohen Folgekosten steht in einer freien Marktwirtschaft der Wettbewerb gegenüber. Und es gibt mittlerweile eine Reihe von chinesischen Anbietern, die dem Brother-Original mit niedrigeren Preisen Paroli bieten wollen. Wer jetzt aber das große Geschäft wittert, sollte aufpassen: Brother hat seine Beschriftungsgeräte und Schriftbandkassetten durch einige Patente schützen lassen. Daher sollte man als Wiederverkäufer auf Markenprodukte zurück greifen, bei denen die Patente durch geschickt geänderte Design-Details umgangen wurden. Uns ist bisher nur die Marke G&G bekannt, die wirklich mit großem Aufwand dem Wiederverkäufer die Sicherheit gibt, nichts illegales zu verkaufen. Im Umkehrschluss bedeutet das aber nicht, dass nicht Anbieter wie Aster ebenfalls gute Produkte anbieten.

TONERDUMPING hat die Schriftband-Fertigung von G&G Ninestar in China besucht

Bei G&G haben wir allerdings auch die Fertigung in China besucht und waren vom Aufwand der hier beim Qualitätsmanagement betrieben wurde sehr beeindruckt. Die Reissfestigkeit und der Abrieb wurden durch speziell für diese Tests entwickelte Maschinen getestet. Fotos durften wir davon leider nicht machen. Zu groß war die Angst, ein chinesischer Wettbewerber könnten die ausgefeilten Testmethoden kopieren.

Weitere Lösungen von Brother: QL-Etikettendrucker

Der Einstiegsetikettendrucker bei Brother ist der QL-700.

Der Einstiegsetikettendrucker bei Brother ist der QL-700.

Neben den Beschriftungsgeräten der P-Touch-Serie bietet Brother auch Etikettendrucker an, bei denen keine Kassette verwendet wird, sondern eine Thermo-Etikettenrolle eingesetzt wird. Das ist auf jeden Fall deutlich umweltfreundlicher, da bei dieser Lösung keine Plastikkassette nach 8 Metern Beschriftungsband weggeworfen werden muss. Der Nachteil bei den QL-Geräten ist der hohe Anschaffungspreis. Es geht derzeit mit dem Brother QL-700 oder dem Brother QL-800 für 149 € UVP los. Für Privatanwender, die hin und wieder etwas beschriften, ist das keine sinnvolle Lösung. Auch die einfachsten QL-Etikettendrucker verfügen über eine Barcode-Funktion. Für kleinere Geschäfte oder Firmen, die einen EAN-Code benötigen ist das eine flexible Lösung. Für den Massenbetrieb ist allerdings die Brother-Etikettenrolle sehr teuer. Auch hier sollte man daher kompatibles Verbrauchsmaterial kaufen, um Kosten zu sparen.

Die Nummer 2 auf dem deutschen Markt: Dymo

Dymo hat folgende Produktgruppen:

Die Dymo LabelManager Serie verwendet das D1 Beschriftungsband

LabelManager – Das sind Beschriftungsgeräte, die mit der D1 Schriftbandkassette bestückt werden. Diese gibt es in den Breiten 6mm, 9mm und 12mm. Das D1 Band ist 7 Meter lang, also einen Meter kürzer als das Gegenstück bei Brother. Es kostet laut UVP knapp 20 €. Im Handel ist es aber auch deutlich günstiger zu haben. Das originale Dymo 12 mm breite D1 Band, schwarz auf weiß (45013) kostet bei TONERDUMPING statt 19,76 UVP nur 13,99 €.

Das kompatible Band von G&G Ninestar kostet im Vergleich zum Original-D1-Band nur 9,99 €. Auch hier ist die Einsparung noch einmal ganz gut.

Das ideale Beschriftungsgerät für Privatanwender heißt LetraTag

Das Dymo LetraTag LT-100H Beschriftungsgerät hat sehr kleine Schriftbandkassetten. Diese sind nur 4 Meter lang, kosten dafür aber auch deutlich weniger als die D1-Bänder. Es gibt Metallic-Etiketten für ca. 10 €, Papieretiketten für knapp 8 € und Bügeletiketten für Textilien für etwas mehr als 9 €. Die Auswahl richtet sich also für Privatanwender, die eine große Anwendungsvielfalt schätzen, aber kein 8 Meter-Band benötigen. Mit ca. 30 € ist das LetraTag LT-100H auch vergleichsweise günstig zu haben.

Aktuelles Schnäppchen bei Dymo: Der LabelWriter 450 – ein Etikettendrucker

Auch bei Dymo gibt es Etikettendrucker – sie heißen LabelWriter. Die Dymo LabelWriter sind wie bei Brother deutlich teurer als die Beschriftungsgeräte, mit einer Ausnahme: Der Dymo LabelWriter 450 wird aktuell statt für 131,21 € UVP für 59,99 € bei TONERDUMPING verkauft. Und da sind sogar noch 3 Etikettenrollen mit dabei. Allerdings nur solange der Vorrat reicht – die Aktion scheint aber ein voller Erfolg gewesen zu sein und damit hat Dymo seinen Marktanteil bei Etikettendruckern deutlich erhöht. Die Etikettendrucker werden per USB-Kabel an den PC angeschlossen und dann können die Etiketten gedruckt werden. Etwas teurere Geräte unterstützen auch den Druck über WLAN.

Auch bei Dymo Etikettenrollen ist die Auswahl groß. Es gibt sie in allen möglichen Längen und Breiten. Auch von G&G werden Etiketten angeboten und auch von Avery Zweckform, dem Etiketten-Spezialisten schlechthin.

Fazit: Wer hat die Nase vorne? Brother oder Dymo?

Für das Büro, den Logistikbereich, für IT-Techniker, die Kabel beschriften oder für den Handel würde ich Brother P-Touch-Geräte empfehlen. Privatanwender sind mit dem Dymo LetraTag sicher sehr zufrieden. Auf der anderen Seite ist der Dymo LabelWriter 450 mit seinem aktuellen Sonderpreis deutlich interessanter als die Brother QL-Etikettendrucker.

Richtig günstig druckt man aber Etiketten mit dem Laserdrucker und vorgefertigten Etiketten-Bögen auf A4. Hier ist es etwas kompliziert die richtige Vorlage zu gestalten, aber durchaus machbar. Bei TONERDUMPING verkaufen wir sehr hochwertige Etiketten in Packungen von A4-100 Bögen für 7,98 €. Dann haben wir Packungen zu je 50 Bögen von MediaRange für 4,99 € und als Premiumprodukt Etiketten der Marke Avery Zweckform. Hier kostet eine 100-Bögen-Packung leider 24,99 € (immerhin deutlich günstiger als der UVP von 32,09 €).

Wer mehr als 1000 Stück Auflage benötigt und das Ergebnis nicht sofort fertig haben will, sollte sich an eine professionelle Druckerei wenden.

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