HP 364-Problem: Patrone älterer Generation

Wer einen HP-Tintenstrahldrucker mit Singe-Ink-Patronen besitzt, hat immer häufiger das Problem, dass ältere Tintenpatronen plötzlich nicht mehr funktionieren. Aktuell sind davon HP Tintenpatronen der Serie 364 betroffen. Nachdem die neue Druckpatrone eingesetzt wurde, wird auf dem Bedienfeld des Geräts oder auf dem Computerbildschirm folgende Fehlermeldung angezeigt:

Inkompatible HP Druckpatrone eingesetzt

Inkompatible HP Druckpatrone eingesetzt

„Die oben aufgelistete Patrone ist eine Patrone älteren Typs und kann nur noch in einigen älteren Druckermodellen verwendet werden.“

Eine Meldung auf dem Computer liefert möglicherweise mehr Informationen:

„Die oben aufgeführte Druckpatrone ist eine Druckpatrone der älteren Generation, die in Ihrem Drucker nicht funktioniert, der die aktuelle Version der Druckpatrone nutzt. Klicken Sie für weitere Informationen auf ‚Hilfe‘. Um eine Original-HP-Ersatzdruckpatrone zu bestellen, klicken Sie auf ‚Kaufen‘.“

Die Lösung, die HP vorschlägt, möchte ich nicht weiter kommentieren. Ich denke, jeder kann sich selbst seine Meinung darüber bilden:

„Die Druckpatrone muss ersetzt werden. Wenn Sie glauben, dass die Druckpatrone ein Original-HP-Produkt ist, klicken Sie auf dieser Seite auf „Kontakt zu HP“, um weitere Support-Optionen zu erhalten. 

Hinweis: HP kann die Garantie nicht auf Druckpatronen anderer Hersteller, wiederbefüllte oder recycelte Druckpatronen ausdehnen.“

HP schadet damit Tinten-Recycler

Welchen Nutzen hat der Kunde, wenn aktuelle HP-Drucker ältere Druckpatronen nicht mehr akzeptieren? Unstrittig ist, dass eine HP 364 Original-Tintenpatrone technisch gesehen viele Jahre nach dem Kauf noch funktioniert. HP Originalpatronen sind so gut verpackt, dass sie nicht austrocknen. Auch ändert sich in dieser Verpackung nicht die Konsistenz der Tinte. HP zwingt den Kunden dazu, dass Tintenpatronen nach einer gewissen Zeit nicht mehr funktionieren. Das hat für HP den Vorteil, dass das Nachfüllen der Tintenpatronen immer schwieriger wird. Vor allem für HPs Mitbewerber, die sich auf das Nachfüllen von HP-Tintenpatronen spezialisiert haben.

Laut HP trifft dieses Problem auf Original-Druckerpatronen zu, die vor September 2010 erhältlich waren und das Problem tritt bei Druckern und All-in-One-Geräten auf, die 2011 auf dem Markt gekommen sind.

HP begründet diesen Schritt, dass diese Tintenpatronen zusammen mit zukünftigen Geräten entwickelt wurden, um neue Funktionen bieten zu können. Welche Funktionen das sein sollen, verrät HP nicht.

Weitere Informationen finden Sie unter Aktualisierte HP-Druckpatronen 178, 364, 564 und 862. Dieses Dokument enthält auch Informationen zur Identifizierung von Druckpatronen älterer Generation.

HP verstößt gegen eine freiwillige Selbstverpflichtung

Dieses Verhalten widerspricht eindeutig der freiwilligen Selbstverpflichtung der Druckerhersteller gegenüber der EU-Kommission, sämtliche Toner und Druckpatronen wiederbefüllbar zu machen. Ein Eingreifen des EU-Wettbewerbskommissars wäre hier dringend geboten.

Weitere Informationen zur Tintengarantie von HP finden Sie unter Eingeschränkte Gewährleistung für HP-Tintenpatronen, -Druckköpfe und sonstige Verbrauchsmaterialien.

So erkennt man Patronen der neuen Generation

Unterseite der 364 Patrone

Unterseite der 364 Patrone

Eine neue HP-Patrone erkennt man auf der Außenseite der Patronenpackung. Neben dem Ablaufdatum – das ist das Datum, nachdem bei HP die Garantie ausläuft – stehen rechts die Zeichen „v1“ – in diesem Fall handelt es sich um eine aktuelle Tintenpatrone, die mit den aktuellen HP-Druckern funktionieren müsste.

Ist die Patrone ausgepackt und keine Verpackung mehr verfügbar, kann man auch auf der Unterseite der Patrone ermitteln, ob die Patrone alt oder neu ist. Beginnt die Artikelnummer auf der Einprägung mit den Zeichen CN680, CN681, CN682, CN683, CN684, CN685, CN686, CN687, CR276 oder CR277, handelt es sich um eine neue, funktionierende Druckpatrone.

Bei Original-Tinten bietet der HP-Support einen kostenlosen Austausch an.