Neues HP Firmwareupdate macht erneut kompatible Patronen wertlos

Fehlermeldung bei HP-Druckern nach dem Update

Fehlermeldung bei HP-Druckern nach dem Update

HP hatte bereits vor einem Jahr mit einem versteckten Firmware-Update negative Schlagzeilen produziert. Es handelte sich um eine sogenannte dynamische Sicherheitsfunktion. Es geht hier vor allem um die Profit-Sicherheit aus HP-Sicht. Denn die Software verhindert vor allem, dass nachgebaute Tintenpatronen-Chips plötzlich nicht mehr funktionieren.

Ein weiteres Update behebt das Problem

HP hat auf die negative Presse reagiert und ein weiteres Update bereit gestellt, dass diese Funktion deaktivieren soll. Nun sei wohl diese Funktion wieder aktiv – und zwar unbeabsichtigt. Mit einem weiteren Update soll diese Funktion dann wieder abgeschalten werden können. Das Update finden Sie hier.

Betroffen sind die Druckerpatronen-Serien HP 950/951, HP 934/935 und HP 970/971.

Druckerpatronen von TONERDUMPING und G&G waren nicht betroffen

Gute Nachrichten für TONERDUMPING-Kunden: Die Chips auf den TONERDUMPING-Patronen sind von diesem Update nicht betroffen. Das gleiche gilt für die Patronen von Ninestar, also die mit dem Pinguin und dem G&G-Logo. Ninestar hat mit dem neuesten Apex-Chip bereits für diesen Fall vorgesorgt.

Kompatibilitätsprobleme mit dem EPSON Workforce WF-2760DWF

In die EPSON Workforce WF-2760DWF passen grundsätzlich die EPSON 16, 16XL und 16XXL-Druckerpatronen hinein. So wie das auch schon vorher mit der WF-2500er-Serie und der WF-2600er-Serie der Fall war. Doch es häufen sich in letzter Zeit Reklamationen bei kompatiblen Druckerpatronen – und zwar immer nur in Verbindung mit dem WF-2760DWF. Der EPSON-Drucker will die kompatible Patrone von TONERDUMPING einfach nicht akzeptieren.

Dank eigenem Testlabor und Informationsmanagement wurde der Fehler rasch aufgespürt

Das ruft TONERDUMPING Qualitätsmanager Michael Schneider auf den Plan. Flugs wird ein WF-2760DWF gekauft und die Setup-Patronen leer gedruckt. Danach werden die kompatiblen Patronen von TONERDUMPING eingesetzt. Und tatsächlich: Der Drucker verweigert die Annahme der billigen Patronen von TONERDUMPING. Der Hersteller, der hinter diesen Patronen steckt, ist Ninestar. Gut, dass wir seit kurzem auch eine neue Lieferung mit der Eigenmarke von Ninestar geliefert bekommen haben. Unter dem Label G&G versucht Ninestar seit kurzem auch in Deutschland eine Marke bekannt zu machen. Bei den G&G Patronen scheint ein neuerer Chip verwendet worden zu sein. Hier akzeptierte der EPSON Workforce WF-2760DWF die Alternativpatrone. Von diesem Problem müssten alle kompatiblen Hersteller betroffen sein. Ninestar ist in der Regel einer der ersten Druckerpatronen-Hersteller, die diese Probleme am schnellsten lösen können. Schließlich gehört zur Ninestar-Gruppe die beiden Patronen-Chip-Marktführer Apex und Static Control.

Auf der G&G Druckerpatrone ist der Chip deutlich kleiner und hat einen „V2“ Schriftzug. Es handelt sich also um einen Chip der 2. Generation.

Links der Chip, der vom WF-2760 nicht erkannt wird. Der Chip auf der rechten Patrone funktioniert.

Links der Chip, der vom WF-2760 nicht erkannt wird. Der Chip auf der rechten Patrone funktioniert.

TONERDUMPINGs Maßnahmen

Erst einmal verkaufen wir bei TONERDUMPING die alten Patronen weiter und kennzeichnen im Onlineshop, dass diese Patronen mit dem WF-2760 nicht kompatibel sind. Zudem haben wir den Lagerbestand von der Europäischen Hauptniederlassung von Ninestar aufgekauft, damit wir mittelfristig die besseren Patronen mit dem „V2“ zügig liefern können.

Doch warum funktioniert der eine Chip und der andere nicht?

Man kann sich das so vorstellen: Nehmen wir an, der Drucker fragt die Patrone eine Sicherheitsabfrage. Beispielsweise: „Wie heißt meine Oma?“. Der Originalchip antwortet: „Gudrun“. Der Drucker prüft, ob diese Frage richtig beantwortet wird, und gibt die Patrone schließlich frei. Die chinesischen Chipentwickler müssen also das Passwort erst einmal heraus finden. Schließlich haben Sie das richtige gefunden. Der EPSON-Originalchip ist allerdings auf weitere Fragen vorbereitet, die erst bei späteren Druckern gefragt werden. Hier muss dann der kompatible Chip vorerst passen. So oder so ähnlich funktioniert das. Fast alle Druckerhersteller nutzen auch Drucker-Firmware-Updates um weitere Fragen zu installieren, auf die die Originalpatronen-Chips längst vorbereitet sind. Deshalb unser Tipp:

Finger weg von Drucker Firmware-Updates!

HP entschuldigt sich und stellt ein optionales Firmwareupdate zur Verfügung

HP entschuldigt sich für die Art und Weise, wie schlecht sie in den letzten Tagen bezüglich des Firmwareupdates mit ihren Kunden kommuniziert hatten. Ziel des Updates war es gewesen – so HP – dass Drittanbieter-Patronen, die keinen Original-Chip auf der Patrone haben, nicht mehr funktionieren sollten. HP ist der Ansicht, dass Chips, die nicht von HP stammen Patentrechte verletzen. Nun hat ein Firmwareupdate allerdings auch dazu geführt, dass wiederbefüllte Originalpatronen mit HP-Chip nicht mehr erkannt wurden (wir berichteten). HP meint zwar in einer Presseerklärung, das wäre nur vereinzelt vorgekommen, unsere Erfahrungen sind hier allerdings anders. Ganz so einfach ist das mit dem optionalen Update, dass das letzte Update rückgängig machen sollte, allerdings nicht. Man muss zuerst die Seite support.hp.com besuchen, dort seinen Drucker auswählen, auf Software und Treiber klicken und dort findet man dann ein Update. HP verweist zusätzlich zu seinem FAQ-Bereich und an das HP Support Forum.

Schließlich verspricht HP in seiner Erklärung, dass sie auch künftig „Sicherheitsmaßnahmen“ ergreifen werden, um sich vor Patentverletzungen zu schützen. Sie entschuldigen sich aber bei ihren loyalen Kunden, die durch das Update ebenfalls betroffen waren. Es ist also vermutlich auch in Zukunft mit Firmwareupdates zu rechnen, die die Funktion von Konkurrenzpatronen einschränken sollen. Nach erfolgreicher Installation des Updates, dass den Drucker wieder für Drittanbieter-Patronen befähigt, sollte man in den Druckereinstellungen künftige automatische Updates ausschalten. Das erspart dem Anwender eine Menge Ärger, auch wenn fehlende Umsätze im Druckerpatronenbereich HP weiterhin ärgern wird.

Betroffen waren folgende Patronen / Drucker

HP 934, 935 / HP OfficeJet Pro 6230, 6812, 8630, 6835

HP 950, 951 / HP OfficeJet Pro 8610, 8616, 8620, 8625, 8630, 8640, 8660

HP wird Update anbieten, dass kompatible Patronen wieder funktionieren lässt

EEF-Petition: HP soll sich entschuldigen

EEF-Petition: HP soll sich entschuldigen

Nachdem die Electronic Frontier Foundation mit einer Petition gegen das HP-Firmwareupdate bereits über 10.000 Unterzeichner gesammelt hat, reagiert nun HP mit einer kurzfristigen Zwischenlösung.

In der Petition fordert neben einer Entschuldigung an seine Kunden auch HP dazu auf, die volle Funktionalität ihrer Drucker wieder herzustellen und ein Versprechen abgeben, Firmwareupdates zu unterlassen, die kompatible Patronen aussperren.

HP schreibt nun in seinem Blog, dass man in 2 Wochen ein optionales Firmwareupdate anbiete, dass die Verwendung von kompatiblen Druckerpatronen wieder erlaube. Hier soll es dann bald nähere Informationen zum optionalen Firmwareupdate geben.

heise.de: „HP übt Selbstjustiz“

heise.de Autor Tim Gerber

heise.de Autor Tim Gerber

In einem kämpferischen Kommentar prangert heise.de-Autor Tim Gerber das Vorgehen von HP an. So schreibt er…

… HP aber dringt einfach per Netz in die Drucker seiner Kunden ein, ändert die Software und macht damit die Patronen, die seiner Meinung nach illegal sind, unbrauchbar. Das ist eine neue Form der Selbstjustiz per Firmware-Update. Den Schaden haben auch nicht wie üblich der Konkurrent selbst oder gewerbliche Großhändler, sondern die Endkunden.

[…]

Es wird Zeit, dass sich die Justiz um solche Machenschaften kümmert. Das vorsätzliche Verändern eines EDV-Systems ist nach § 303b Absatz 1 Nummer 3 StGB als Computersabotage strafbar. Sämtliche solcher Update-Funktionen erfüllen diesen Straftatbestand.

[…] 

Und es wird Zeit, dass sich die Verbraucherzentralen um diese Machenschaften kümmern. Sie können Unternehmen, die sich derartige Bedingungen von ihren Kunden absegnen lassen, abmahnen und nötigenfalls auf Unterlassung solcher Vertragsklauseln verklagen.

 

HPs Stellungnahme zum Firmwareupdate

Folgende Stellungnahme hat uns heute per Email von HP erreicht:

HP verbessert für seine Kunden kontinuierlich die Sicherheit seiner Produkte. Seit Ende 2015 hat HP Aktualisierungen seiner Firmware in Verbindung mit dem Sicherheitschip bei seinen HP OfficeJet, OfficeJet Pro und OfficeJet Pro X Druckern eingeführt, die die sichere Kommunikation zwischen der Tintenpatrone und dem Drucker aufrecht halten. Der Zweck dieses Updates ist es, HPs Innovationen und das geistige Eigentum zu schützen. Diese Drucker können mit wieder befüllten oder wiederaufbereiteten Tintenpatronen mit einem Original HP Sicherheitschip betrieben werden. Andere Tintenpatronen funktionieren möglicherweise nicht. In vielen Fällen war diese Funktion bereits auf dem Drucker installiert, in manchen Fällen wurde sie im Rahmen eines Firmware-Updates installiert.

Wir hatten bereits gestern über eine Schadsoftware berichtet, die von HP heimlich auf Anwendern von HP Tintenstrahldruckern installiert wurde.

Damit gibt HP zu Schadsoftware über ein heimliches Firmwareupdate installiert zu haben, nur mit dem einen Zweck, dass kompatible Druckerpatronen nicht mehr funktionieren sollen. Wir raten daher dringend davor ab HP Tintenstrahldrucker zu erwerben, solange HP diese Praxis nicht einstellt. Zudem sollten HP Kunden ihre Drucker im Rahmen ihrer Gewährleistung reklamieren.

HP infiziert massenweise Drucker mit Schadsoftware

Bei sämtlichen kompatiblen Tintenpatronen mit neuem Chip gibt es massive Probleme, seit dem HP ein Firmwareupdate seinen Kunden aufgezwungen hat. Diese Updates sind automatisch über das Internet erfolgt.

Es geht um folgende Patronenserien:

HP hat gegenüber dem niederländischen Radiosender NOS mitgeteilt, dass man die Kommunikation zwischen Drucker und Druckerpatronen schützen will. Wiederbefüllte Patronen würden nur dann nicht funktionieren, wenn der Chip durch einen kompatiblen Chip getauscht wurde.

Offenbar wurde das Update am 12. März 2016 automatisch installiert und löste zum 13. September 2016 aus, dass Patronen mit kompatiblen Chip nicht mehr funktionieren sollen. Ein Update mit eingebauter Zeitbombe. Wir bezeichnen dieses „Update“ daher als Schadsoftware. Sie wurde vom Anwender ungewollt installiert, startet erst ein halbes Jahr später und verhindert den freien Wettbewerb.

Unser Tipp: Rufen Sie HP an und fordern Sie HP auf das alte Firmwareupdate (aus dem Jahr 2014) einzuspielen. Das ist technisch möglich, wenn man als Kunde lange genug und oft genug beim HP Support anruft. Einer unserer Kunden hatte damit Erfolg als er mit einem polnischen HP-Support verbunden wurde. Über Fernwartung wurde dann das alten Firmwareupdate auf den Drucker übertragen.

Hier die Telefonnummer des HP-Supports: 069 2999 3434

Als HP-Partner haben wir heute einmal bei HP angefragt, ob denn eine Möglichkeit besteht die Firmware wieder auf den alten Stand zurück zu spielen. Wir sind auf eine Antwort gespannt.

Einfach austauschbarer Chip: Eine Lösung gute für das Problem?

Einfach austauschbarer Chip: Eine Lösung gute für das Problem?

Da wir diese Prozedur unseren Kunden ersparen wollen, stoppen wir vorerst den Verkauf dieser Tintenpatronen. Unser Lieferant wird uns in den nächsten Tagen neue Tintenpatronen schicken. Zudem werden wir Chips erhalten, die nach Lego-Prinzip austauschbar sind. Diese werden wir dann auch in unseren Läden vorrätig halten um Reklamationen vor Ort direkt abwickeln können.

Patronenschutz abschalten

Dann gibt es auch noch das Problem mit dem „Patronenschutz“. Wer eine Originalpatrone verwendet, der wird diese nicht mehr wieder befüllen können, da beim HP Officejet 8100 und 8600 standardmäßig der Patronenschutz eingeschalten ist. Beim Druckertreiber dieser Drucker gibt es im Druckermenü einen Menüpunkt „Einkaufsressourcen“. Hier auf den Link „Geschätzte Tintenfüllstände“ klicken. Es erscheint dann ein Registermenü. Auf dem letzten Register steht „HP Patronenschutz“. Wählen Sie „HP Patronenschutz deaktivieren“.

Firmwareupdates abschalten

"Cancel" ist hier der richtige Knopf!

„Cancel“ ist hier der richtige Knopf! Danach auf „Settings“ und automatische Updates ausschalten!

Auf jeden Fall ist es ratsam automatische Updates bei Druckern auszuschalten. Beim im Juli-Update hat sich allerdings das Update von selbst installiert, ohne dass der Anwender gefragt wurde. Um das zu vermeiden, sollte man automatische Updates bei Druckern immer abschalten. Beim HP Officejet 8610 macht man es so:

Firmwareupdate abstellen HP Officejet 8610

Firmwareupdate abstellen HP Officejet 8610

Kompatible Samsung 404 Toner wieder lieferbar

Kompatible Samsung 404 Toner sind lieferbar

Kompatible Samsung 404 Toner sind lieferbar

Nach einer längeren Pause können wir die kompatiblen Toner, die die Samsung 404-Toner ersetzen, wieder in größeren Stückzahlen liefern. Grund für den Engpass war ein Lieferstopp des Tonerchipherstellers. Samsung hatte mit Firmwareupdates dafür gesorgt, dass es bei kompatiblen Tonerchips zu Problemen kommt. Die aktuellen Toner sind nun mit einem Chip, der mit der aktuellen Firmware funktioniert. Sollten Sie aber vom Druckertreiber gefragt werden, ob Sie einem Firmwareupdate zustimmen, lehnen Sie das bitte ab. Nur so können Sie sicher stellen, dass weiterhin kompatible Toner erkannt werden. Da diese Tonerchips relativ teuer sind, ist der Preisunterschied zum Original nicht so hoch, wie es TONERDUMPING-Kunden sonst gewohnt sind. Beispielsweise kostet das 4er-Economy-Tonerset 149,99 €, das ist zumindest 20 € weniger als beim Original.

Firmwareupdates bereiten Patronenherstellern Kopfzerbrechen

Diesmal betrifft es die Tintenserien

Bei Druckern, bei denen diese Patronen eingesetzt werden, fragt der HP Druckertreiber, ob er ein Update durchführen darf. Wenn Sie weiterhin mit kompatiblen Druckerpatronen arbeiten wollen, lehnen Sie dieses Update auf jeden Fall ab! Sollten Sie diesem Update zustimmen, werden sämtliche kompatiblen Patronen nicht mehr erkannt. Es kann dann etwa zwei Monate dauern bis es wieder neue Ware gibt, die mit einem angepassten Chip ausgestattet wurde, der dann funktioniert.

HP Firmwareupdate blockiert Alternativpatronen

Die G&G Patrone von Ninestar, als Ersatz für die HP 950

Die G&G Patrone von Ninestar, als Ersatz für die HP 950

Ninestar twitterte, dass das HP Firmwareupdate FDP1CN1502AR bei der HP Officejet 8600-Serie die Druckerpatrone danach fragt, ob es sich um eine Original-Tintenpatrone handelt. Beantwortet die Patrone diese Frage mit einem „nein“, verweigert der Drucker den Weiterdruck und meldet den Fehler „Fehlerhafte Tintenpatrone“. Wenn Anwender dieser Drucker die Firmware aktualisieren, werden keine kompatiblen Patronen mehr funktionieren. Der Tintenpatronen-Chiphersteller Apex, eine Tochterfirma von Ninestar, hat für dieses Problem bereits eine Lösung und stattet mit neuen Chips bereits Tintenpatronen von Ninestar aus. Mit diesen neuen Chips sollen die Patronen wieder erkannt werden.

Wir raten unseren Kunden dringend und generell keinem Firmwareupdate für ihren Drucker zuzustimmen. In den meisten Fällen führen Firmwareupdates bei Druckern dazu, dass kompatible Tintenpatronen nicht mehr erkannt werden. Diese Praxis ist auch bei Epson-Tintenstrahldruckern, Lexmark-Druckern und Samsung-Geräten üblich gewesen.

Sobald die neuen Ninestar-Patronen lieferbar sind, werden diese als Tonerdumping-Patronen bei Tonerdumping verkauft.