Schreiblernfüller im Test

Welcher Füller passt zu meinem Kind?

Den Schreibanfang macht normalerweise der Bleistift – nicht der Füller. Die Haltung der Hand, der Tintenfluss, all das ist am Anfang noch zu viel. Im ersten Halbjahr des Anfangunterrichts wird mit dem Bleistift die Buchstabenschreibung trainiert, bevor das ungeduldige Kind endlich mit der Füllfeder schreiben darf.

Mit dem Füllfederschreiben verändert sich das Schreibgefühl schlagartig. Der Stolz der jungen SchreiberInnen ist riesig: Nun schreibe ich endlich wie eine Erwachsene/ ein Erwachsener! Und die Tinte macht sich auch gleich viel besser im Heft als der graue Bleistiftton.

Nun muss sich die Hand jedoch umgewöhnen. Kein fester Seckskant-Bleistift wird mehr ans Papier gedrückt, sondern ein Schaft mit biegsamer Feder und sonderbar geformtem Griff.

Wenn es geht: Ausprobieren!

Alle Kinder freuen sich auf den Startanpfiff zum Füllfederhalter. Manchmal muss zuerst ein Schreibschrift-Führerschein bestanden werden und dann geht es ab in den Schreibwarenladen zum Füllfedereinkauf.

Praktisch wäre es nun, man dürfte jeden Füller im Laden ausprobieren. Liegt er bequem in der Hand? Kann ich die Kappe leicht ab und anstecken? Gefällt mir das Design?

Da dies oft nicht möglich ist, habe ich hier ein paar Füllertestvideos erstellt. Ich kann nur eine persönliche Wertung abgeben und mich dabei in die Lage eines Schreibanfängers/ einer Schreibanfängerin versetzen. Dennoch hoffe ich, damit eine kleine Hilfestellung in der großen Fülle an Füllern geben zu können.

Was muss mein Schreiblernfüller können?

Meine Testkriterien:

  • die Kappe: sie muss ziemlich häufig geöffnet und geschlossen werden. Dies muss also einfach von der Hand gehen und sollte keine Tintenkleckse verursachen.
  • der Griff: er sollte bequem und rutschfest sein
  • Schutz gegen Tintenfinger ist bei AnfängerInnen ein Muss
  • das Schriftbild: regelmäßiger Tintenfluss und klar definierte Linien
  • das Schreibgefühl: keiner mag kratzende Federn…
  • das Design: soll gefallen
  • Zusätze: Namensetikett, Tintenfüllstandsanzeige

Mein Füllertest: Stabilo easyBirdy

Bewertung: 5 von 5.

Ich beginne mit dem Mercedes der Schreiblernfüller: dem easyBirdy, so viele Funktionen in ein Modell zusammengeführt, habe ich noch nicht erlebt. Auf die Funktion der Winkelverstellung der Feder gehe ich hier nicht ein, ich finde es nett, dass er es kann, habe ein Umstellen des Winkels aber noch nicht gebraucht.

Mein Füllertest Stabilo easyBirdy
  • Kappenhandhabung: leichtgängig mit sanftem Klick
  • Griff: Softgummigriff, bequemes Anliegen von Zeigefinger, Daumen und Mittelfinger
  • Tintenfingerschutz: Extraschutz vorhanden
  • Schriftbild: klare Linien, mittelbreit
  • Schreibgefühl: sehr gut und leichtgängig
  • Design: frische Farben und Stromlinienform
  • Namensetikett: vorhanden
  • Tintenfüllstandsfenster: vorhanden

Mein Füllertest: Stabilo easyBuddy

Bewertung: 4.5 von 5.

Auch das farbenprächtige Modell easyBuddy von Stabilo macht designmäßig ganz schön was her. Er eignet sich für Schreibkönner genauso gut, hat dafür keinen Extremschutz gegen blaue Finger. Eine sichere Haltung wird bei dem Modell schon vorausgesetzt. Das Schreibgefühl ist hier einfach toll!

  • Kappenhandhabung: leichtgängig mit großer Kappe
  • Griff: Softgummigriff, bequemes Anliegen von Zeigefinger, Daumen und Mittelfinger
  • Tintenfingerschutz: kein Extraschutz vorhanden
  • Schriftbild: klare Linien, eher breit
  • Schreibgefühl: sehr gut und leichtgängig
  • Design: tolle Farbkombinationen, robuste Form
  • Namensetikett: nicht vorhanden
  • Tintenfüllstandsfenster: vorhanden

Mein Füllertest: Stylex Schreiblernfüller

Bewertung: 4 von 5.

Es gibt ihn zwar in unterschiedlichsten Farben, aber das Design erinnert doch etwas an die 90iger Jahre. Die Fingerhaltung wird nicht streng vorgegeben, das Schreiben geht mit dem Stylex Schreiblernfüller aber dennoch ganz bequem von der Hand. Er besitzt als Besonderheit eine Öse an der Kappe, falls der Füller um den Hals getragen werden möchte.

Mein Füllertest: Stylex
  • Kappenhandhabung: leichtgängig, jedoch nur bei korrektem Passen der leichten Dreiecksform
  • Griff: Softgummigriff, gutes Anliegen von Zeigefinger, Daumen und Mittelfinger
  • Tintenfingerschutz: kein Extraschutz vorhanden
  • Schriftbild: klare Linien, mittelbreit
  • Schreibgefühl: sehr gut und leichtgängig
  • Design: zeitlos
  • Namensetikett: vorhanden
  • Tintenfüllstandsfenster: vorhanden

Mein Füllertest: Herlitz myPen

Bewertung: 4 von 5.

Überraschend gut gefallen mir die Farbkombinationen der myPen-Serie und der geschwungene Kappenaufsatz. Der verlangt jedoch die kleine Aufmerksamkeit ab, beim Aufsetzen der Kappe wieder den richtigen Drehwinkel zu erwischen. Es gibt beim myPen keine genaue Vorgabe für die Fingerhaltung: Zeigefinger und Daumen teilen sich das obere Softgriff-Feld, der Mittelfinger liegt unten am glatten Kunststoff an. Das Schreibgefühl ist schön, genauso wie sein Schriftbild.

Mein Füllertest: Herlitz myPen
  • Kappenhandhabung: leicht zu öffnen, doch nur bei korrektem Drehwinkel schließbar
  • Griff: Softgummigriff oben: Anliegen von Zeigefinger, Daumen/ Mittelfinger unten auf glatter Fläche
  • Tintenfingerschutz: kein Extraschutz vorhanden
  • Schriftbild: klare Linien, etwas heller
  • Schreibgefühl: sehr gut und leichtgängig
  • Design: frische lebendige Farben, geschwungen/gerillter Schaft
  • Namensetikett: nicht vorhanden
  • Tintenfüllstandsfenster: nicht vorhanden

Mein Füllertest: Pelikan Griffix

Bewertung: 4 von 5.

Die Griffix-Serie von Pelikan ist für seine konkret platzierten Fingermulden berühmt. Das Schreibanfängerkind soll den Füller in genau einer Art und Weise greifen. Diese ist auch sehr angenehm, und lehrt die Handhaltung beim Schreiben ohne blaue Finger bekommen zu können. Dafür sorgt der extreme Federschutz des Füllers. Das Schriftbild ist sehr gut und das Design hat auf jeden Fall Wiedererkennungscharakter.

Mein Füllertest: Pelikan Griffix
  • Kappenhandhabung: leicht zu drehen
  • Griff: Softgummigriff, spezielle Mulden für Zeigefinger, Daumen und Mittelfinger
  • Tintenfingerschutz: Extraschutz vorhanden
  • Schriftbild: klare Linien, mittelbreit
  • Schreibgefühl: sehr gut und leichtgängig
  • Design: farbenfroh mit Smily als Haltungskontrolle
  • Namensetikett: vorhanden
  • Tintenfüllstandsfenster: vorhanden

Mein Füllertest: Lamy ABC

Bewertung: 4 von 5.

Ein Schreiblernfüller aus Holz – alleine dies ist schon eine Besonderheit und spricht damit eine bestimmte Zielgruppe von Naturliebhabern an. Der Lamy ABC-Füller hat zwar keinen speziellen Schutz gegen blaue Finger, das Schreibgefühl wie auch das Schreibbild ist dennoch sehr gut.

Mein Füllertest Lamy ABC
  • Kappenhandhabung: leicht zu öffnen mit hörbarem Klick
  • Griff: Softgummigriff mit leichter Abflachung für Zeigefinger und Daumenhaltung
  • Tintenfingerschutz: kein Extraschutz vorhanden
  • Schriftbild: klare Linien
  • Schreibgefühl: sehr gut und leichtgängig
  • Design: perfekt für Naturliebhaber
  • Namensetikett: vorhanden
  • Tintenfüllstandsfenster: nicht vorhanden

Mein Füllertest: Keyroad Exact

Bewertung: 3.5 von 5.

Hier mein Tipp für die schmale Geldbörse oder notorische FüllerverbummlerInnen: Der Keyroad-Exact schreibt leichtgängig, ist bequem zu Greifen und hat ein flottes Design. Auch ein Schutz gegen blaue Finger ist vorhanden. Einziger Makel ist die Kappe, die sich etwas schwer öffnen und schließen lässt. Auch eine Öse für eine Strippe ist vorhanden – nur so als Idee gegen das Füller- oder Füllerkappenverstreuen ;-).

Mein Füllertest: Keyroad
  • Kappenhandhabung: schwer zu öffnen und zu schließen
  • Griff: Softgummigriff ist bequem
  • Tintenfingerschutz: ist vorhanden
  • Schriftbild: klare Linien
  • Schreibgefühl: sehr gut und leichtgängig
  • Design: modern und witzig
  • Namensetikett: nicht vorhanden
  • Tintenfüllstandsfenster: vorhanden

Schriftbilder im Vergleich

Hier habe ich noch die Schriftbilder als direkten Vergleich zusammengefasst:

Schriftbilder zusammengefasst

P.S.: Der Tintenroller von Stabilo flog im Nachhinein aus der Wertung, das es ja ein Tintenroller ist 😉

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